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Katzentraining: So wird aus Deinem Stubentiger eine Abenteuerkatze!

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Immer mehr Katzenhalter verspüren den Wunsch, mit ihrer Wohnungskatze gemeinsame Zeit im Freien zu verbringen. Mit den richtigen Voraussetzungen und einem gut aufgebauten Training ist das durchaus möglich und kann für Mensch und Tier eine Bereicherung zum Alltagsleben darstellen.

 

Auch unsere Katze Fibi leistet uns gern Gesellschaft bei gemeinsamen Ausflügen zu unserem Segelboot. Wir beschränken uns dabei lediglich auf diesen einen Ausflugsort, da Fibi Freigängerin ist und die Umgebung in ihrem Revier selbst erkunden kann. Der Steg und unser Segelboot sind also sozusagen ihr "zweites Revier", in dem sie sich ausschließlich an Geschirr und Leine bewegen darf. Wir haben sie von klein auf daran gewöhnt und es ist für sie daher nicht im geringsten aufregend. Ziel ist es für uns dabei, in unserer Freizeit am Wasser gleichzeitig gemeinsame Zeit mit unserer Katze verbringen zu können.


Welche Voraussetzungen sollte eine Katze für Ausflüge an Geschirr und Leine mit sich bringen?

 

Deine Katze sollte auf jeden Fall gesund, neugierig und nach Möglichkeit nicht ängstlich sein. Des Weiteren sollte sie sich ohne Probleme anfassen und hochheben lassen und in eine Transporttasche bzw. Katzenrucksack setzen lassen. Das ist wichtig, damit Du Deine Katze schnell in Sicherheit bringen kannst, falls sich beispielsweise ein Hund nähert.

 

Deine Katze sollte außerdem gechipt und registriert sein! Sollte Dir Deine Samtpfote während eines Ausflugs versehentlich entwischen, kann sie Dir anhand der Registriernummer später schneller wieder zugeordnet werden.

 

Besonders wichtig ist auch das gegenseitige Vertrauen zwischen Dir und Deinem Tier! Du solltest Deine Katze gut genug kennen, um zu wissen, in welchen Situationen sie ängstlich reagieren kann. Andererseits sollte die Katze gut an Dich gewöhnt sein und auf Deine Stimme reagieren. Schon zuhause solltest Du mit ihr ein bestimmtes Rückrufkommando trainieren, auf das sie verlässlich hört und zu Dir gelaufen kommt und auf das selbstverständlich immer eine Belohnung folgt.


Katzenmädchen Fibi an Geschirr und Leine
Katze Fibi hat unseren Garten zunächst an Geschirr und Leine erkundet

 

Die richtige Ausrüstung

 

Du benötigst für Deine Samtpfote ein gut passendes Sicherheitsgeschirr speziell für Katzen. Ein Hundegeschirr wird Deiner Katze nicht wirklich passen, da die Anatomie eines Hundes anders ist. Zu groß ist die Gefahr, dass die Katze sich einfach aus dem Geschirr windet!

 

Auch solltest Du nicht auf die Idee kommen, Deine Katze lediglich an einem Katzenhalsband auszuführen. Das ist weder sicher, noch angenehm für die Katze. Bei einem Katzengeschirr mit mindestens 2 Querstegen wird der Druck auf den Katzenkörper wesentlich besser verteilt.

 

Eine passige Leine sollte für die Katze nicht zu schwer und der Karabiner am Leinenende nicht zu groß sein, da viele Katzen das Gewicht einer Leine als unangenehm empfinden. Ich selbst habe mich für eine 5 m Roll-Leine entschieden und habe auf dem Boot eine kürzere 1,5 m Gurtleine zur Sicherung von Fibi. Auch leichte Schleppleinen eignen sich prima, da muss jeder Katzenhalter sehen, womit ihm die Handhabung am einfachsten fällt.

 

Zudem solltest Du einen Katzentransportrucksack oder eine Transporttasche haben, die bei den Ausflügen immer griffbereit ist. Eine normale Transportbox ist für diesen Zweck schlichtweg zu unpraktisch. Bei einem Katzenrucksack hast Du zudem den Vorteil, dass er Dich wenig behindert und Du die Arme frei hast.

 

Ein Katzenrucksack sollte nicht nur für den Katzenhalter angenehm zu tragen sein, sondern für die Katze ausreichend Platz im Inneren bieten und vor allem eine gute Belüftung haben. Unser Pecute Katzenrucksack verfügt zudem im Inneren über eine Sicherungsleine, um die Katze anschnallen zu können. Auch eine Trinkflasche Wasser und Leckerlies finden in den Seitentaschen Platz.


Das Training

 

Das eigentliche Training beginnt schon lange Zeit VOR Eurem ersten gemeinsamen Ausflug. Zunächst muss sich Deine Katze an die oben genannten Ausrüstungsgegenstände gewöhnen.

 

Der Transportrucksack sollte für Deine Katze nicht negativ behaftet sein, weil Du damit mit ihr z.B. immer nur zum Tierarzt fährst. Lass den Rucksack für die Katze sichtbar in einem Raum stehen, lege immer mal wieder Leckerlis oder Spielzeug hinein und übe, dass die Katze sich ohne Angst problemlos in den Rucksack setzen und wieder hinauslassen lässt.

 

Dann gewöhnst Du Deine Katze an das Tragen des Geschirrs. Es sollte gut verschnallt werden, also nicht zu fest und nicht zu locker sitzen. Als Richtlinie sollten maximal 2 Finger zwischen Gurt und Katze passen.

 

Wenn Deine Katze das Geschirr zum ersten Mal trägt, wird sie vermutlich den Rücken durchdrücken und versuchen zu flüchten. Wichtig ist, dass Du selbst die Ruhe bewahrst und Deine Katze versuchst abzulenken. Das kann durch Futter sein, oder durch spielen. Beginne mit kurzen Eingewöhnungseinheiten. Bei Fibi haben wir es so gemacht, dass wir zunächst vor der Fütterung das Geschirr angelegt haben und es danach direkt wieder abgenommen haben. Die Katze sollte das Tragen des Geschirrs also immer mit etwas Positivem verbinden.

 

Dann wird die Zeit mit dem Tragen des Geschirrs jeden Tag etwas gesteigert. Erst wenn Deine Katze sich vollkommen natürlich mit dem Geschirr bewegt, ist es Zeit für den nächsten Schritt: das Anlegen einer Leine.

 

Mit dem Anlegen der Leine lernt die Katze, dass das Geschirr sie stoppen kann und sie sich nicht in alle gewünschten Richtungen bewegen kann. Vielleicht hast Du nun die Möglichkeit mit Deiner Katze in einem für sie unbekannten Raum zu trainieren, beispielsweise einem Dachboden oder dem Keller. So kann die Katze das Erkunden einer neuen Umgebung zunächst in einem sicheren Innenraum üben.

 

Doch Achtung: Deine Katze ist kein Hund! Es geht nicht darum, dass die Katze wie ein Dackel hinter Dir herläuft. Vielmehr solltest Du Deiner Katze die Möglichkeit geben die Umgebung selbst zu erkunden und Du ihr dabei folgen. Nähert sie sich dabei einem Bereich, in dem sie sich nicht aufhalten soll (z.B. Straßennähe), dann kannst Du sie mit Hilfe der Leine zurückhalten.

 

Für die ersten Ausflüge im Freien eignet sich ein umzäunter Garten oder ein anderer ruhiger Ort. Auch hier gilt: immer erstmal nur kurze Trainingseinheiten, aber dafür regelmäßig. Stell Dich darauf ein, dass Deine Katze gern öfter nach draußen möchte, wenn sie sich einmal daran gewöhnt hat.

 

Bei einem Ausflug mit seiner Katze sollte man sehr konzentriert sein, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen
Bei einem Ausflug mit seiner Katze sollte man sehr konzentriert sein, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen

Ihr solltet Euch immer fragen, welche Zielsetzung Ihr mit dem Geschirrtraining verfolgt. Für einen Stubentiger kann ein Ausflug ins Grüne eine spannende Bereicherung zum normalen Alltag in der Wohnung sein. Ein zukünftiger Freigänger kann an Geschirr und Leine gut an sein neues Revier gewöhnt werden.

 

Wichtig ist immer, dass Ihr bei jedem Ausflug zu 100% mit Eurer Aufmerksamkeit bei Eurer Katze seid, um evt. Gefahren schnell erkennen zu können.

 

Das Tempo für die einzelnen Trainingsschritte gibt dabei immer das Tier vor. Falls Ihr während des Trainings feststellt, dass Eure Katze mit einer der Übungen oder dem Aufenthalt im Freien überfordert ist, dann lasst es lieber sein. Auch unsere Katze Kasi gehört zu den Tieren, die sich Zuhause richtig wohlfühlen, für die aber alles andere mit großem Stress verbunden ist.

 

Rücksichtnahme ist also das A und O. Manche Katzen brauchen das große Abenteuer einfach nicht, sondern fühlen sich in ihrer vertrauten Umgebung wohl und sicher.

Abenteuerkatze Fibi liebt die Ausflüge ans Wasser und die gemeinsamen Erlebnisse mit ihren Menschen. Zwar ist sie aufmerksam, aber dabei stets gelassen - das Ergebnis eines langen Trainings!