Hemingway Haus Key West - ein Tag im Katzenparadies

Hemingway Haus - hier leben Katzen wie im Paradies
Hemingway Haus - hier leben Katzen wie im Paradies

Ein Katzenparadies auf Erden, gibt es das wirklich?

Ja, ich habe diesen Ort gesehen! Dort wo Katzen tatsächlich Angestellte haben, die sie umsorgen.

Wo sie ein ganzes Haus und einen riesigen Garten unter Palmen (fast) für sich alleine haben. Hier dürfen sie im wahrsten Sinne des Wortes über Tische und Bänke gehen, in großen Betten schlafen und sich tagsüber

über viele Leckerlis und Streicheleinheiten freuen...

Dieser Ort ist das

Hemingway Haus auf der Insel Key West / Florida!

 

* * *

Auf den Florida Keys gibt es nicht nur türkisblaues Wasser, Palmen und Delfine zu bewundern, sondern auch ein wunderschönes Kolonialstilhaus, in dem einst der erfolgreiche amerikanische Schriftsteller

Ernest Hemingway lebte. Heute ist dieses Haus ein Museum, das größtenteils noch genauso eingerichtet ist, wie zu Hemingways Lebzeiten.

 

Das ist zugegebenermaßen nicht der einzige Grund, weswegen es mich und meinen Mann während unseres Florida Urlaubs im April hier herzog. Hier leben nämlich 54 Katzen! Es sind z.T. die Nachfahren einer Katze,

die Ernest Hemingway einst besaß. Die Rede ist von den sogenannten "six-toed cats".

 

Auch Hemingway hat nämlich ein Katzenmädchen besessen, ein ganz Besonderes sogar!

Er bekam die weiße Katze "Snowball" als Geschenk eines Schiffskapitäns. Das Ungewöhnliche:

sie hatte 6 Zehen an den Vorderpfoten (statt üblicherweise 5), was unter Seefahrern als Glücksbringer gilt.

Sie glaubten, dass diese Katzen besonders seetauglich seien. 

Die Nachfahren dieser Katze leben noch heute in dem Museum. Viele haben mehr als 5 Zehen an den Vorderpfoten, manche auch überzählige Zehen an den Hinterpfoten.

Diese Genmutation wird als "Polydaktylie" bezeichnet.

 

Wir trafen früh morgens am Hemingway Haus ein (dem Jetlag sei Dank) und konnten so in aller Ruhe das Anwesen besichtigen. Am Hauseingang wartete ein freundlicher Museumsmitarbeiter, der uns einlud an einer der englischsprachigen Führungen teilzunehmen, die wenige Minuten später begann. Gesagt, getan. 

 

In einer kleinen Gruppe anderer Besucher, ging es Raum für Raum durch das alte Gebäude, in dem in jeder Ecke Ventilatoren brummten um die aufkommende Hitze erträglicher zu machen. Wir lauschten gespannt den Erzählungen und bewunderten die Antiquitäten der Inneneinrichtung, die größtenteils aus Europa stammt.

Doch die geheimen Stars waren eindeutig die Katzen, die sich völlig unbeeindruckt obwohl der Besucher entspannt auf den Sofas oder sogar auf Hemingways Bett tummelten.

Unser Guide nahm sich die Zeit jede Katze zu begrüßen und uns vorzustellen. Ihre Namen wie "Charly Chaplin", "Audrey Hepburn" oder "Archibald McLeish" sind auf eine Tradition zurück zuführen, denn schon Hemingway benannte seine Katzen nach berühmten Persönlichkeiten. Hier und da bekamen die Katzen einige Leckerlis zugesteckt. Die Interaktion zwischen den Tieren und dem Museumsführer sorgte für so manchen Lacher und Schmunzler. Er herrschte eine lockere und gelöste Atmosphäre, die man in anderen Museen oft vergeblich sucht.

Der Rundgang war interessant und kurzweilig. Vielleicht auch, weil das Leben Hemingways ein solches war.

Er war insgesamt 4 mal verheiratet und war auch ansonsten kein "Kostverächter". Die Jahre, die er auf Key West verbrachte war seine kreativste Zeit. Sein üblicher Tagesablauf war wie folgt:

Schreiben am Morgen, Fischen am Nachmittag und Barbesuch am Abend.

 

Im Nebengebäude des Museums war in einem kleinen Raum unter dem Dach seine gemütliche Schreibstube eingerichtet. Die alte Schreibmaschine steht noch auf dem Tisch inmitten des Zimmers. Daneben auf einem Sessel: schlafend eine graue Katze. Es braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, wie er hier an einer seiner vielen Geschichten schrieb. Vielleicht auch im Beisein einer seiner Katzen...

 

Die Schreibstube des Schriftstellers... die graue Katze sah ein wenig aus wie unsere Hermine ;-)
Die Schreibstube des Schriftstellers... die graue Katze sah ein wenig aus wie unsere Hermine ;-)

Nach der Hausbesichtigung schauten wir uns noch den Katzenfriedhof im hinteren Teil des Gartens an. Beeindruckt über die vielen Namen und so manches erreichte hohe Alter einiger Katzen verließen wir diesen Ort. 

 

Es sei übrigens noch erwähnt, dass sich alle Katzen in einem gepflegten und guten Gesundheitszustand befinden und es ihnen an nichts mangelt. Der größte Teil der Tiere ist kastriert, nur einige wenige nicht, um die Nachfahren der "six-toed-cats" zu erhalten.

Überall im Garten befinden sich kleine Hütten als Unterschlupf und Futterstellen.

 

Einen etwas ungewöhnlichen Trinkbrunnen im Garten gibt es übrigens auch. Der obere Teil, ein großes Steinfass, stammt aus Kuba. Der untere Teil, der so nett mit Fliesen verziert ist? Der hing ursprünglich an der Wand der Herrentoilette in "Sloppy Joe´s Bar", Hemingways Lieblingskneipe. Als der Wirt des Sloppy Joe´s die Toilette renovierte und das Pissoir auf dem Boden lag, nahm Hemingway es mit nach Hause mit der Begründung:

"Hier ist so viel von meinem Geld durchgelaufen, da habe ich ein Anrecht drauf!"

(Seine Frau war von dem Mitbringsel nicht sonderlich begeistert und versuchte das Becken zu verzieren und zu vertuschen.)

 

Eines ist jedenfalls klar, der Mann besaß eindeutig Humor!

Schwer nachzuvollziehen, warum er sich im Jahr 1961 im Alter von 61 Jahren das Leben nahm.

Der Katzenfriedhof
Der Katzenfriedhof
Trinkbrunnen mit ungewöhnlicher Herkunft
Trinkbrunnen mit ungewöhnlicher Herkunft

Hätte er geahnt, dass sein Haus eines Tages ein Museum wird in dem so viele Katzen leben? Vermutlich nicht.

Eines seiner Zitate lautet:

"One cat just leads to another". (Was sinngemäß bedeutet, es bleibt nicht bei einer Katze).

 

Wie Recht er doch hatte...

 

 

Einen Besuch wert: das Hemingway Haus
Einen Besuch wert: das Hemingway Haus
Ernest Hemingway
Ernest Hemingway

Polydaktylie wird die Genmutation genannt, bei der Katzen zu viele Zehen haben
Polydaktylie wird die Genmutation genannt, bei der Katzen zu viele Zehen haben

 

 

 

Bildnachweis: Privatfotoaufnahmen des Websitenbetreibers

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Kommentare: 2
  • #1

    Egyptian Mau Katzenblog (Mittwoch, 02 Mai 2018 01:59)

    Aber hallo,
    das Hemingway-Haus am Morgen, der südlichste der USA zur Mittagszeit und ein toller Cocktail in Miami zur Abendstunde. Kommt uns irgendwie bekannt vor ... *grins*
    Das Gegenstück auf Kuba sieht übrigens ähnlich aus, nur doch etwas bescheidener.
    Toller Artikel! :-)

  • #2

    Meine Katzenmädchen (Donnerstag, 03 Mai 2018 18:14)

    Danke, liebes Egyptian Mau Katzenblogteam! :-) Dann seid Ihr also Insider und ward anscheinend schon vor uns da! ;-)