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Kasi - ein Katzenwildling zieht ein (Teil 2)

Kasi zog vorerst in unser Schlafzimmer und verkroch sich dort die ersten Tage ängstlich unter dem Bett. Waren wir nicht dabei, hörten wir wie sie alles erkundete. Kaum hörte sie jedoch Schritte, war sie wieder unter dem Bett verschwunden.

 

Nachdem uns klar wurde, dass es nicht einfach werden würde das Kätzchen zu zähmen, musste ein Schlachtplan her! Und der hieß: "Routine"...

 

Da Not erfinderisch macht und ungewöhnliche Situationen ungewöhnliche Maßnahmen erfordern, begann ich wie folgt:

die Hauptroutine bestand in einem bestimmten Fütterungsritual.

Auf ein Tablett stellte ich den gefüllten Futternapf. Ich setzte mich damit auf den Fußboden an die Wand gelehnt, legte das Tablett auf meinen Schoss und wartete geduldig bis Kasi sich auf das Tablett traute um zu fressen. So konnte sie sich an meine Nähe gewöhnen. Mit der Zeit konnte ich sie beim Fressen vorsichtig streicheln (sie duldete es, gefallen hat es ihr vermutlich nicht).

 

Dieses Ritual machten wir jeden Morgen und jeden Abend mit Nassfutter. Kleine Trockenfuttermahlzeiten zwischendurch hat sie sich beim Spielen erarbeitet. Ich warf z.B. Futterstücke durch den Raum und sie flitzte hinterher. Ein Spiel, was sie bis heute sehr liebt! 

 

Spielen war also unsere zweite Routine. Und schnell war klar: Kasi liebt Action! Hinter Bällen oder Spielzeug hinterher zu rennen, ließ sie für den Augenblick die Angst vergessen. Sie hatte richtig Spaß daran!

 

Der nächste Schritt war, dass Kasi sich nicht ständig unter dem Bett verstecken sollte. 

Also richteten wir ihr eine "neutrale Zone" ein. Ein Ort nur für sie, wo wir sie nicht stören und überhaupt nicht beachten würden... 

 

Also stellten wir ihr ein kuscheliges Körbchen in eine Ecke des Zimmers, in eine Korbhöhle. Von hier aus konnte sie alles genau beobachten und wir konnten sie sehen. (Aber wir ließen sie hier drin absolut in Ruhe!)

 

Sie nahm dieses Plätzchen schnell an. Einige Tage später:  ich war mit ihr im Zimmer und las ein Buch... als ein merkwürdiges Geräusch zu hören war. Ich öffnete das Fenster und blickte zum Himmel. Ich vermutetet einen Hubschrauber oder eine Drohne. Aber es war nichts zu sehen. Eigenartig. Ich las weiter.

Dann war es wieder da, das Geräusch... ein gleichmäßiges tiefes Brummen.

 

Und dann war mir klar: es war Kasi, die in ihrem neuen Körbchen ganz entspannt da lag und laut schnurrte! Noch nie habe ich eine Katze so laut schnurren hören, wie Kasi!

Ein erster Teilerfolg! :-)

Spielen macht Spaß! 

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